GBIF-Deutschland präsentiert das neue Virtuelle Herbarium Deutschland. Das Virtuelle Herbarium ist eine gemeinschaftliche Präsentation bedeutender Herbarien Deutschlands und basiert auf modernster GBIF-Technologie. Virtuell bedeutet, dass Menschen aus Forschung, Bildung, Umweltwissenschaften sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger digitalisierte Pflanzenbelege bequem am Rechner untersuchen können ohne die weiten Wege in die einzelnen Herbarien auf sich nehmen zu müssen.
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Digitalisierung botanischer Belege am BGBM
Als Ergänzung zu den Scan-Kameras für Typus-Belege (600-dpi-Scan im Rahmen des durch die Mellon Foundation finanzierten Digitalisierungsprojekts) wurde ein Schnellscanner angeschafft (ProServ, ScannTECH 302i), der für Scans von Nicht-Typus-Belegen mit 300 dpi Auflösung deutlich weniger Zeit benötigt (Abb. 1). Die Digitalisierungsanlage ging im Jahr 2011 in den Produktionsbetrieb, bisher wurden ca. 15.000 GBIF-relevante Scans durchgeführt.

Abb. 1. Scanner für die effiziente Digitalisierung von Herbarbelegen am BGBM Berlin-Dahlem.
Hardware- und Softwarelizenzerweiterungen erlauben es, die am BGBM etablierte Image Server-Technologie (FSI Server und FSI Viewer von Neptune Labs) als Service auch anderen Institutionen zur Verfügung zu stellen. Anpassungen im Viewer-Bereich ermöglichen eine einheitlichere Anzeige von GBIF-D Bilddaten. Der Image Server dient also der Visualisierung, die eigentliche Bildverwaltung liegt weiterhin bei den Datenhaltern. BGBM-Bilddaten laufen bereits über den neuen Image Server, auch Testdaten anderer Institutionen laufen hier. Weitere Ausgabe-Möglichkeiten wie die von Audio- und Video-Files befinden sich in der Testphase.

Abb. 2. Alsophila crassicaula R.M.Tryon, FSI Viewer. Links: kompletter Herbarbarbeleg des Typusexemplars. Rechts: Ausschnitt aus demselben Farnwedel, der einer Lupenvergrößerung entspricht und die 500-700 µm großen Sori zeigt. Die Achse wurde mit der Messfunktion gemessen: Sie hat einen Durchmesser von nur einem Millimeter. Das Beispiel zeigt Beleg B 20 0131826. Die Belegdaten werden über Webausgabe der Herbardatenbank des BGBM angezeigt, an GBIF geliefert sowie in BioCASe-Portalen ausgegeben, dort mit zusätzlicher Detailinformation.