GBIF-Deutschland präsentiert das neue Virtuelle Herbarium Deutschland. Das Virtuelle Herbarium ist eine gemeinschaftliche Präsentation bedeutender Herbarien Deutschlands und basiert auf modernster GBIF-Technologie. Virtuell bedeutet, dass Menschen aus Forschung, Bildung, Umweltwissenschaften sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger digitalisierte Pflanzenbelege bequem am Rechner untersuchen können ohne die weiten Wege in die einzelnen Herbarien auf sich nehmen zu müssen.
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Digitalisierung von Mikroalgen am BGBM
Digitale Fotos von mikroskopischen Organismen sind wesentlicher Bestandteil der Dokumentation von Typusbelegen, Belegpräparaten in öffentlichen Sammlungen sowie von Observationen. Im GBIF-D Knoten Pflanzen, Algen & Protisten werden seit Jahren digitale Fotos veröffentlicht. Bisher wurden die Bilder für eine schnelle Anzeige in Datenbanken als kleine und komprimierte Dateien hinterlegt.
Als Anschauungsbeispiel dient die Neudigitalisierung des Typusbeleg es von Surirella engleri, der im Diatomeenschwerpunktes des BGBM bearbeitet und publiziert wurde (Cocquyt & Jahn 2007). Abb. 1 zeigt eine kleine Datei für die schnelle Webanzeige in der GBIF-D Datenbank AlgaTerra bzw. in Portalen des GBIF-Netzwerkes.

Abb. 1. Surirella engleri, Schalenansicht: die Schalenendenden werden aufgrund der geringen Schärfentiefe unscharf wiedergegeben. CC BY-SA 3.0 R. Jahn (BGBM).
Als wesentliche Neuerung kommt ein motorisierte Zeiss-Mikroskop Axio Imager M2 im Workflow vom Präparat zum GBIF-verfügbaren Digitalisat zum Einsatz. Die erweiterte Schärfentiefe ist für viele Objekte nützlicher (Abb. 2) als herkömmliche Einzelfotos in Serie, in denen oft systematisch relevante Merkmale außerhalb der Schärfeebene liegen. Das detailreiche Bild in der Originalgröße von 4,7 MB auf dem Image-Server hinterlegt.

Abb. 2. Surirella engleri, Schalenansicht: Durch die Z-Stapel-Verarbeitung wird die Schale komplett scharf wiedergegeben. Auch alle umgebenden kleinen Schalen werden scharf dargestellt. CC BY-SA 3.0 R. Jahn (BGBM).
Videoaufnahmen mit mehreren hochauflösenden Schärfeschnitten (in unserem Beispiel durch die Kieselalgenschale von Surirella engleri) ermöglichen im Gegensatz zu Mikrofotos aus Printmedien eine erheblich verbesserte räumliche Vorstellung und zuverlässigere Identifikationen.
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Abb. 3. Surirella engleri, Schalenansicht: Aufnahme von mehreren Einzelfotos, die nacheinander wiedergegeben werden und das virtuelle Durchfokussieren des Objektes ermöglichen.
Literatur
Cocquyt, C. & Jahn, R. (2007) - Surirella engleri O. Müller - A study of its original infraspecific types, variability and distribution - Diatom Res. 22: 1-16.