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Ausgehend von den Sammlungsbeständen der Zoologischen Staatssammlung, den Kartierungsergebnissen von Dr. Jörg Spelda [1] und von publizierten Nachweisen soll in den nächsten Jahren der Verbreitungsatlas der Myriapoden Südwestdeutschlands zu einem Verbreitungsatlas Süddeutschlands erweitert werden.
Diese Daten zur Kartierung Südwestdeutschlands wurden von Dr. Jörg Spelda im Rahmen seiner Promotionsarbeit erhoben und in einen Verbreitungsatlas für dieses Gebiet umgesetzt:
Spelda, J. (1999) [2] : Verbreitungsmuster und Taxonomie der Chilopoda und Diplopoda Südwestdeutschlands. Diskriminanzanalytische Verfahren zur Trennung von Arten und Unterarten am Beispiel der Gattung Rhymogona Cook, 1896 (Diplopoda: Chordeumatida: Craspedosomatidae). - Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Naturwissenschaften der Universität Ulm. 541 S.
Solche Kartierungsprojekte sind z. B. für den Naturschutz von Interesse. Die Erstellung der in Kürze erscheinende Roten Liste [3] der Hundert und Tausendfüßer Bayerns wäre ohne dieses Kartierungsprojekt nicht möglich gewesen.
Vergleicht man die Nachweisdichte [4] in Bayern mit jener in Baden-Württemberg, so ist unschwer zu erkennen, dass die Rote Liste [3] der Hundert- und Tausendfüßer Baden-Württemberg auf einer ungleich größeren Datenbasis beruht. Dies bedeutet, dass eine umfangreiche Aufarbeitung der Myriapoden Bayerns nebst umliegender Gebiete (Salzkammergut) notwendig ist.
Die Tatsache, dass die Verbreitungsgrenzen vieler vikariierender (= sich gegenseitig vertretender) Artenpaare (nicht nur bei den Myriapoden) quer durch Bayern verläuft macht eine Verbreitungsanalyse in Bayern besonders interessant.
Als Beispiel für möchten wir Ihnen hier die Verbreitung des Bandfüßer-Artenpaares Polydesmus complanatus und P. angustus [5] sowie einiger Schnurfüßerarten der Gattung Leptoiulus [6] vorstellen.
Die Berchtesgadener Alpen bildeten zudem zusammen mit dem Salzkammergut ein glaziales Refugium in dem heute etliche endemische Tier- und Pflanzenarten, die nur in diesem vorkommen (z. B. die Schlüsselblume Primula clusiana und die Tausendfüßer der Gattung Syngonopodium):
Literatur:
Spelda, J. (1996): Millipedes as aids for the reconstruction of glacial refugia (Myriapoda: Diplopoda). - Mémoires du Muséum national d' Histoire naturelle, 169: 151-161. Paris
Es gibt aber auch in anderen Gebieten, z. B. den Zentralalpen, endemische Tausendfüßer, die bis Bayern vordringen. Als Beispiel möchten wir die Verbreitung des Schnurfüßers Cylindroiulus fulviceps [7] vorstellen.
Wenn Sie über den Fortgang des Kartierungsprojektes informiert sein wollen, schauen Sie einfach ab und zu auf dieser Seite nach.
Letzte Bearbeitung: Jörg Spelda, 06.02.2004
