Vorbesprechung zur Global Biodiversity Information Facility (GBIF)

Zur Unterstützung der internationalen Biodiversitätsforschung wird auf der Grundlage eines Memorandum of Understandings (MoU) die GBIF-Initiative gestartet. Der vom BMBF finanzierte GBIF - Mitgliedsbeitrag für Deutschland wird pro Jahr 450.000 US $ betragen. Zur Umsetzung der entsprechenden Ziele von GBIF haben sich die teilnehmenden Staaten, so auch Deutschland, in einem ersten Arbeitsschritt dazu bereit erklärt, einen oder mehrere nationale Knoten anzugeben, über den/die nationale Datenbanken mit Biodiversitäts-relevanten Informationen in das internationale GBIF - Netzwerk eingebunden werden sollen..

Das BMBF (Herr Rieland) macht einleitend deutlich, dass das Ministerium bereit ist, den Aufbau eines nationalen GBIF - Knotens bzw. Netzwerkes zu unterstützen und zur Erreichung o.g. Ziele bei Bedarf eine entsprechende Anschubfinanzierung zu leisten. Diese wird jedoch nur dann gewährt, wenn sich die entsprechend geförderten Institutionen dazu bereit erklären, die übernommenen Aufgaben (Funktionalität als nationaler (Teil)Knoten) mittelfristig in die institutionelle Finanzierung zu übernehmen.

Herr Häuser und Herr Bergweiler, nationale Repräsentanten bei den GBIF-Verhandlungen, erläutern einige GBIF-spezifische Rahmenbedingungen: 

  • GBIF soll ein weltweit frei zugängliches Instrument zur Bereitstellung von Informationen für die Wissenschaft, aber auch für behördliche Strukturen und für jeden interessierten Bürger sein.
  • GBIF basiert nicht auf einem völkerrechtlich bindenden Vertrag, sondern auf einer unverbindlichen Absichtserklärung (MoU) 
  • Zur Organisation der weltweiten Aktivitäten wird ein internationales Sekretariat eingerichtet werden, in dem voraussichtlich 10-15 Personen arbeiten werden. 
  • Die konstituierende Sitzung der GBIF-Gründungsmitglieder wird am 9.-11.März 2001 in Montreal stattfinden. 
  • GBIF verfolgt fünf operationale Ziele (siehe http://www.gbif.org) und konzentriert sich auf den IT- und Koordinationsbereich. Die konkrete Datenbereitstellung erfolgt jeweils auf nationaler Ebene.

Zur Darstellung des jeweiligen Leistungsspektrums und der Interessenlage wichtiger nationaler Institutionen wurden von den Teilnehmern in Form von Kurzvorträgen die inhaltlichen Schwerpunkte aber auch die infrastrukturellen Gegebenheiten und ggfs. die mittelfristig erreichbaren Institutionalisierungsmöglichkeiten im Falle einer Übernahme zusätzlicher Aufgaben als nationaler (Teil)-Knoten erläutert. Die meisten Teilnehmer stellen dem PT entsprechende schriftliche Ausarbeitungen zur Verfügung, die diesem Protokoll als Anlage incl. einer Übersichtstabelle beigefügt sind.

Ergebnis dieser Präsentationen und einer anschließenden Diskussion: 

  • Mehrere Institutionen bekunden Ihr Interesse, eine aktive Rolle bei der Bildung der nationalen Teilknoten zu übernehmen (Übersicht siehe Anlage 1, schriftliche Stellungnahmen siehe Anlage 2). Die mittelfristige Übernahmemöglichkeit dieser Aufgaben in die institutionelle Finanzierung wird jedoch unterschiedlich bewertet.
  • Es sollen mehrere nationale Teilknoten gebildet werden, die sich jeweils auf klar umrissene Kompetenzbereiche konzentrieren. Schnittmengen sollten möglichst vermieden, jedoch in Einzelfällen toleriert werden. Die zu bildenden Kompetenzbereiche sollen sich an den bereits vorhandenen Strukturen orientieren.
  • Es wird vereinbart, die im folgenden aufgeführten 7 Kompetenzbereiche zu bilden, wobei jeweils ein Workshop zur detaillierten Ausgestaltung und Planung durchgeführt werden sollte. Die zu beantwortenden Leitfragen dieser Workshops sind als Anlage 3 angefügt. Teilbereiche:
    - Mikroorganismen
    - Pilze
    - Pflanzen
    - Mariner Bereich (excl. Arthropoda; incl. Protozoa, die terrestrischen Vertreter der Mollusca (Weichtiere, Schnecken), Annelida (Ringelwürmer, Pararthropoda, etc.)
    - Gliedertiere (Arthropoden)
    - Wirbeltiere (Vertebrata)
    - IT-Bereich; EDV, Metadaten

Es wird zusätzlich angemerkt, dass nach Möglichkeit auch lebensraumbezogene Daten miteinbezogen werden sollen (z.B. Forst). - Die Sitzungsteilnehmer stellen fest, dass zur Bildung der jeweiligen Teilknoten weitere Vertreter anderer Institutionen hinzugezogen werden müssten Zur Vorbereitung dieser Workshops kündigt Herr Naumann an, dass er im Rahmen der kurzfristig anstehenden Besprechung der Direktorenkonferenz nationaler Forschungssammlungen (DNFS) die Thematik besprechen wird, um eine umfassende Mitarbeit aller relevanten Institutionen vorzubereiten. - Die Themen-spezifischen Workshops sollen bis spätestens Mai 2001 durchgeführt werden.Die Organisation der jeweiligen Workshops wird von folgenden Personen übernommen: Frau Fritze (Mikroorganismen), Frau Triebel (Pilze), Herr Greuter (Pflanzen), Herr Türkay (Zustimmung hierzu muss noch eingeholt werden) (mariner Bereich), Herr Groll und Herr Haszprunar (Gliedertiere), Herr Naumann (Wirbeltiere), Herr Begemann (IT). Zu deren Durchführung sollen die logistischen und finanziellen Rahmenbedingungen der 6 BIOLOG-Projekte des Teilbereiches "Biodiversitätsforschung" genutzt werden. Unbürokratische und schnelle Zusatzfinanzierungen werden für den Bedarfsfall von BMBF/PT jedoch zugesagt. - Aufbauend auf den Ergebnissen der o.g. themenfokussierten workshops soll noch vor der Sommerpause 2001 ein erneutes gemeinsames Treffen zur Bestimmung der nationalen GBIF-Teilknoten und zur Diskussion diesbezüglicher Problemfelder durchgeführt werden. - Ein wesentlicher Punkt, der über die Bildung der nationalen Knoten herausgeht, jedoch aus Sicht der Teilnehmer von entscheidender Bedeutung für eine qualitativ hochwertige Datenbereitstellung ist, ist die qualitätskontrollierte Digitalisierung deutscher Sammlungsbestände. Hier wird großer Nachholbedarf signalisiert, der nur durch zusätzliche finanzielle Unterstützung geleistet werden kann. Wichtig ist hierbei eine sowohl national als auch international koordinierte Prioritätensetzung. - In diesem Zusammenhang wird von Seiten der Wissenschaftler ein stärkeres Engagement der DFG zur Aufarbeitung relevanter Daten- und Sammlungsbestände gefordert.

Anlage 3:

Leitfragen für die Workshops zur Etablierung der Organismengruppen-bezogenen Knoten für GBIF:

¨ Ist die vorgeschlagene Begrenzung Ihres Kompetenzbereiches für einen nationalen GBIF Teilknoten sinnvoll bzw. würden Sie ggf. eine andere Abgrenzung befürworten (wenn ja, bitte genau welche - ggf. auch begründen)?

¨ Welche dt. Institutionen sind Ihrer Kenntnis nach ggf. personell und von der techn. Infrastruktur her in der Lage, eine koordinierende Funktion bei der Etablierung des entsprechenden Teilknotens wahrzunehmen?

¨ Welche dt. Institutionen, Einrichtungen, Projekte und Arbeitsgruppen besitzen Ihrer Kenntnis nach innerhalb Ihres Kompetenzbereiches wesentliche, potentiell verfügbare, für GBIF relevante Ressourcen (Datenbanken, Sammlungsdaten, taxonom. Kompetenzen, etc.)?

¨ Zu welchen der genannten GBIF Arbeitsprogramme (1-5) können innerhalb Ihres Kompetenzbereiches/Teilknotens substanzielle Beiträge aus der Sicht dt. Institutionen geleistet werden (ggf. genau spezifizieren)?

¨ Mit welchen bereits bestehenden nationalen (und internationalen) Projekten und Initiativen sollte für Ihren Kompetenzbereich für ein nationales GBIF Netzwerk vordringlich kooperiert werden?

¨ Gibt es aus der Sicht Ihres Kompetenzbereiches und unter Berücksichtigung der national vorhandenen Kapazitäten übergeordnete Fragestellungen oder Themenbereiche, die sich innerhalb eines nationalen GBIF Arbeitsprogrammes umsetzen ließen?

GBIF Juni 2010

Bereits am 24. Juni 2010 unterzeichneten GBIF und die LifeWatch Infrastruktur für Biodiversitäts- und Ökosytemforschung einen Kooperationsvertrag (Memorandum of Cooperation, MoC). Die Kräfte beider Organisationen sollen für die Entwicklung und Nutzung biodiversitätsinformatischer Infrastrukturen zum Nutzen aller gebündelt werden.

AlgaTerra Daten in GBIF

LifeWatch Survey April 2010

Im Rahmen von LifeWatch WP3 (Wissenschafts-Netzwerk Strategie) läuft noch bis 22. April 2010 eine Umfrage, um zu erfahren, welche wissenschaftlichen Fragestellungen zurzeit noch nicht beantwortet werden können aber in naher Zukunft im Rahmen von LifeWatch beantwortet werden könnten. Es geht um nicht weniger als die Zusammenstellung der künftigen Herausforderungen der Biodiversitätsforschung für Wissenschafts-Netzwerke.

Jahr der Biodiversität 2010

Die Vereinten Nationen haben 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Die Global Biodiversity Information Facility (GBIF) unterstützt diese Initiative. Die Erhaltung der Biodiversität unserer Erde ist nicht denkbar, ohne die Artenvielfalt und ihre Gefährdungen zu kennen. GBIF leistet seit 2001 einen signifikanten Beitrag zur Kenntnis durch offenen und freien Zugang zu Biodiversitätsdaten, die für Nutzer wie für weitergehende Analysen zur Verfügung stehen.

Paläontologie-Knoten

Die erste Webseite für den Paläontologie-Knoten von GBIF-D wurde erstellt

Life Watch Online Survey launched

The European FP7-ESFRI project LifeWatch, e-science and technology infrastructure for biodiversity research and observatories is now one year into its preparatory phase, and in the next decade, LifeWatch will construct and bring into operation the facilities, hardware, software and governance structures for all aspects of biodiversity research. (...)

Workshop Biodiversitätsinformatik

Bei der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik wird es am 28.9. einen halbtägigen "Workshop Biodiversitätsinformatik" geben. Beiträge können bis zum 26.4.2009 eingereicht werden (Weitere Informationen).

GBIF Webseite zieht um

16/03/2009 (All day)
Heute wurde die Portierung der GBIF Deutschlande Website von Zope nach Drupal abgeschlossen. In diesem Zuge wurde der bestehende Inhalt in das CMS Drupal 6.1 unter Beibehaltung der bislang gültigen URLs überführt.
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