Marine und kontinentale Evertebrata (excl. Arthropoda)
Forschungsinstitut Senckenberg, Frankfurt a.M.,
Beginn: 11:15 Uhr
Anwesende Personen:
Herr Dr. Elbrächter (FIS-DZMB, List/Sylt), Herr Dr. Fiege (FIS, Frankfurt/M.), Herr Dr. Glatzel (Universität Oldenburg), Herr Prof. Haszprunar (Zool. Staatssammlung München), Herr Dr. Hausdorf (Zool.Institut u. Museum Hamburg), Frau Dr. Hilbig (Zool.Institut u. Museum Hamburg), Herr Dr. Holstein (Staatl.Museum f. Naturkunde Stuttgart), Herr Prof. Hoppe (System.Botanik u. Ökologie Universität Ulm), Herr Dr. Janssen (FIS, Frankfurt/M.), Frau Dr. Janussen (Fis, Frankfurt/M.), Frau Dr. Krapp-Schickel (Museum A.König, Bonn), Herr Dr. Krapp (Zool.Forschungsinstitut u. Museum A.König, Bonn), Herr Menner (FIS, Frankfurt/M.), Frau Monnerjahn (ZADI, Bonn), Herr Dr. Neuhaus (Museum f. Naturkunde, Berlin), Herr Dr. Quintern (PT-UF, Bonn), Herr Reich (Inst.f.geol.Wiss., Greifswald), Herr Dr. Stecher (FIS-DZMB, Wilhelmshaven), Herr Dr. Türkay (FIS, Frankfurt/M.), Herr Prof. Westheide (Universität Osnabrück, FB Biologie/Chemie), Herr Prof. Xylander (Staatl.Museum f. Naturkunde, Görlitz)
TOP 1: BEGRÜßUNG, ANNAHME DER TAGESORDNUNG
Herr Türkay begrüßte die anwesenden Teilnehmer des Workshop, die der Tagesordnung zustimmten.
TOP 2: DARSTELLUNG DER ALLGMEINEN AUFGABEN VON GBIF
Herr Quintern skizzierte kurz die historischen Entwicklung von GBIF, das als Untergruppe aus dem OECD Megascience Forum entstanden ist. Die GBIF betrachtet das globale Datenmanagement der Biodiversitätsforschung als ihr Hauptziel. Für weiterführende Information zur Organisation verwies Herr Quintern auf die Homepage: http://www.gbif.org/index.htm.
Des weiteren erläuterte Herr Quintern die internen Organisationsstrukturen von GBIF mit den geplanten Zeitabläufen: Mit dem ersten Treffen des ”Governing Board” im März diesen Jahres hat GBIF-international seine Arbeiten begonnen. Vorsitzender ist Herr Häuser vom Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart. Im Juni diesen Jahres wird während des zweiten Treffens des ”Governing Board” über den Sitz des Sekretariates für GBIF-international entschieden werden, wobei Dänemark, Niederlande, Spanien und Australien als Sitz zur Diskussion stehen werden. (siehe http://www.gbif.org/statfram.htm). Das Sekretariat wird mit ca. 10 Fachkräften besetzt werden und seine Arbeit voraussichtlich noch in der zweiten Hälfte diesen Jahres aufnehmen können.
Neben Mitgliedsbeiträgen der ”Voting Participants” wird GBIF finanziell vom BMBF unterstützt, wobei eine Anteilfinanzierung des internationalen Sekretariats übernommen wird. Es wird auch eine Anschubfinanzierung der ”deutschen Knoten” geplant, wobei der letztgenannte Punkt eine mittelfristige Institutionalisierung vorraussetzt.
Vor dem Hintergrund dieser Institutionalisierung sollen während dieses Workshops unter Berücksichtigung der jeweiligen vorhandenen institutionellen Infrastrukturen ”Subknoten” definiert und deren Betreuung bzw. Koordinatoren benannt werden.
TOP 3: VORSTELLUNG DERTAXON- UND SAMMLUNGSBEZOGENEN
DATENBESTÄNDE DER VERTRETENEN fachbereiche
Unter Benennung des EDV-Aufnahme Standes der einzelnen Sammlungen und Datensätze erläuterten die einzelnen Teilnehmer kurz die mögliche Funktion und die Stärken ihrer Fachbereiche für GBIF.
Die Kernpunkte dieser Vorstellungsrunde sind tabellarisch nach ihrer Chronologie zusammengefaßt:
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Institut |
Anwesende |
Schwerpunkte |
Stand der Sammlungs-dokumemtation |
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Universität Oldenburg |
Herr Glatzel |
Copepoda, & Tanaidacea |
Datenbank: DIMDI 25MB, 50.000 Zitate (wird z.Z nicht genutzt) Weltweit zweitgrößte Literatursammlung über Copepoda |
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Universität Osnabrück |
Herr Westheide |
Polychaeten der Maiofauna (weltweit), u. terrestrische (europaweit) Enchytraeidae |
Datenbanken für Enchytraeidae mit kommentierten Listen aller validen Arten, incl. Synonyme vorhanden. Datenbanken für die Polychaeten-Meiofauna-Taxa sind realisierbar, die weltweit sämtliche Arten und ihre Nachweise erfassen sollen. |
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Zool.Staatssammlung München |
Herr Haszprunar |
Mollusca (500.000 Lots) |
EDV-Erfassung fast vollständig erfolgt. |
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Staatl.Museum f. Naturkunde, Görlitz |
Herr Xylander |
Bodenarthropoda:Formicoidea Myriapoda, Milben, Lubriciden Thekamöben, terr. Nematoden |
80% des Gesamtbestandes sind durch EDV erfaßt. |
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Museum f. Naturkunde, Berlin |
Herr Neuhaus Vollständige Aufnahme des Sammlungsbestandes der Kustodien ist innerhalb von 2 Jahren durch Einsatz von stud. Hilfskräfte realisierbar. dies gilt nicht fuer alle Fundortdaten zu einer Katalognummer sondern nur fuer die Felder Katalognummer, Gattung, Art, Grossgruppe und Standort innerhalb des MfN. Weitere Felder koennen sukzessive durch zusaetzliche Kraefte erschlossen werden; dies beansprucht je nach Recherchieraufwand weitere Jahre an Arbeitskraft aus Drittmitteln. |
Marine Tiere (Herr Lueter)
Crustacea, Amphipoda (Herr Coleman) --------------------------------- |
publizierter Typenkatalog Weichkorallen, Brachiopoda Weitgehend keine EDV-Erfassungen --------------------------------------------
------------------------------------------- (nicht in Katalogen erfasst) (Ca. 10.000 EDV-Datenerfassungen) |
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FIS, Frankfurt/M. |
Herr Janssen |
Mollusca |
321.000 Serien katalogisiert, 15.500 in Access-Datenbank erfaßt |
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FIS, Frankfurt/M. |
Herr Fiege |
Annelida 7000 Serien ------------------------------- ------------------------------- Chaetognatha |
100% EDV-erfaßt ----------------------------------------------- |
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Zool.Institut u. Museum Hamburg |
Frau Hilbig |
Polychata 24.000 Lots |
Typenkatalog für Ostracoda ist vollständig vorhanden, der für die Polychaeta ist im Aufbau, keine EDV-Datenbanken vorhanden. |
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Zool.Institut u. Museum Hamburg |
Herr Hausdorf |
Oligochaeten (etwa 1200 Typenexemplare), Mollusca (Typenmaterial von 300 Taxa) |
EDV- erfaßt sind: |
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Staatl.Museum f. Naturkunde Stuttgart |
Herr Holstein |
Mollusca (1Mill. Serien) |
Insgesamt 1000 Typen bzw. Typoide. |
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Zool.Forschungsinstitut u. Museum A.König, Bonn |
Herr Krapp |
Pantopden. |
- Globale Artenliste |
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Zool.Forschungsinstitut u. Museum A.König, Bonn |
Frau Krapp-Schickel |
Amphipoden |
In Deutschland keine Datenbank vorhanden. Sammlungen in Hamburg und Berlin sind sehr gut erschlossen und für eine EDV-Erfassung vorbereitet. |
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Inst.f.geol.Wiss., Greifswald |
Herr Reich |
Fossile u. rezente Seegurken |
100% der fossilen Serien EDV-erfaßt |
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FIS, Frankfurt/M. |
Frau Janussen |
Porifera 1250 Stücke, 750 katalogisiert. Sammlung ist seit April 2001 im Aufbau |
---------------------------------------------- |
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FIS-DZMB, List/Sylt |
Herr Ellbrächter |
”Protisten”, Dinoflagellaten |
Alle Gattungen EDV-erfaßt, |
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FIS, Frankfurt/M. |
Herr Türkay |
Crustacea: |
40% des Bestandes in Datenbank erfaßt Bilddatenbank ist vorhanden, |
TOP 4: STRUKTURFRAGEN (ZENTRALDATENBANKEN, MEGASYSTEME)
Im nachfolgenden wurden drei unterschiedliche Datenbankmodelle vorgestellt, die sich in Bezug auf die Organisationsstruktur der Daten unterschieden.
Frau Monnerjahn erläuterte am Beispielen von Datenbanken des IGR die Funktionsweise von zentralen Abfragesystemen. Die eigentlichen Daten liegen dabei dezentral bei den einzelnen Instituten vor. Die Grundvoraussetzung der zentralen Abfrage liegt im Vorhandensein einer einheitlichen Oberfläche, von der aus die Anbindungen an die eigentlichen Daten erfolgt. Detaillierte Informationen zu den Datenbanken des IGR sind im Internet unter:
http://www.zadi.de/de/igr/index.htm
http://www.genres.de/zefod/pdf/ergebnispapier.pdf
einsehbar.
Anschließend stellte Herr Hoppe am Beispiel der Datenbank SysTax ein mehr auf eine zentrale Datenverwaltung ausgelegtes Modell vor, wobei die Basisdaten zentral vorliegen und Detailinformationen dezentral, bei den Partnern gelagert werden können. Die Vorteile dieses Systems faßte Herr Hoppe wie folgt zusammen:
- beliebig vielen Nutzern steht das System zur Verfügung,
- geringer Programmieraufwand,
- das System ermöglicht eine schnelle Netzabfrage,
- die Daten sind taxonbezogen und eignen sich zur Sammlungsverwaltung, Abrufen
von Synonymen und Literaturabfrage.
Weitere Informationen zu diesem System können unter: http://www.biologie.uni-ulm.de/systax/ abgerufen werden.
Abschließend stellte Herr Menner ein drittes, bei Senckenberg benutztes Modell einer Datenbankstruktur vor. Hier erfolgen die einzelnen Sammlungsdokumentationen zentral über eine Web-Benutzeroberfläche via Intranet. Die Datenhaltung erfolgt in einer Server-Datenbank (Microsoft NT-Server). Der Vorteil dieses Systems liegt darin, daß die Client-Konfigurationen entfallen, so daß ein Update des Systems schnell von zentraler Stelle erfolgen kann. Jeder Client arbeitet somit immer mit der selben Systemversion.
TOP 5: diskussion zu den deutschen Knoten für gbif, definition von knoten
Die nachfolgende intensive Diskussion führte zu folgenden Vereinbarungen:
· Aus pragmatischen Gründen und um die Koordination der einzelnen Knoten zu straffen, wird auf eine generelle Trennung zwischen marinen, limnischen und terrestrischen Organismen verzichtet.
· Die Koordination der unterschiedlichen Sammlungen von Crustaceen (incl. Terrestrische Asseln) und ”Würmern” obliegt dem Forschungsinstitut Senckenberg. Federführende Abteilung ist das DZMB.
· Die Koordination der Sammlungen von Mollusken, Chelicerata, Myriapoda, und Apterygota übernimmt die Zoologische Staatsammlung München, Ansprechpartner ist Herr Haszprunar.
· Nach Sichtung der Datenlage soll eine detaillierte Liste von Tiergruppen, die als potentielle Subknoten in GBIF einfließen können, erstellt werden. Die Koordination übernehmen die Herren Türkay und Haszprunar.
· Als dt. Beitrag zu GBIF international zeichnet sich die Erstellung von Typenverzeichnissen in deutschen Sammlungen ab.
· Als ein weiterer dt. Schwerpunkt wurde die Bereitstellung der Infrastruktur von benutzerfreundlichen Datenbanken zur Erfassung von Taxoninformationen diskutiert. Zusammen mit Herrn Hoppe wird in einem getrennten Workshop eine Machbarbarkeitsstudie erarbeitet werden. Darüber hinaus soll als zentrales Datenbankprojekt die Zugänglichmachung der existierenden Copepoden Datenbank angegangen werden.
Einer intensiven Klärung bedarf die Zuordnung der ”Protisten”. Zum einen ergeben sich Schwierigkeiten in der Datenerfassung, in der Form, daß in weiten Teilgebieten der ”Protisten” ”Lebend-Sammlungen” (z.B. Fotodokumentation, Molekularstruktur) angelegt werden, die von der Grundkonzeption nicht in Sammlungsbezogene Megasysteme passen. Mit Ausnahme hartschaliger Protisten existieren innerhalb dieser Gruppe keine typenorientierten Belegsammlungen.
Das Problem sollen Herr Ellbrächter, Herr Türkay und Herr Xylander diskutieren Auch die Ergebnisse des Botanik-Workshops sind hierzu zu berücksichtigen.
Ähnlich gelagert sind die Probleme bei den marinen Pflanzen, z.B. Großalgen. Hierzu soll Herr Greuter (Berlin) um Rat gefragt werden.
Ende der sitzung: 15:15 Uhr
Protokollant: Herr Stecher
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