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GBIF-Workshop Mykologie in München

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Teilnehmer: siehe Anlage

TOP 1: Begrüßung der Teilnehmer durch Frau Dr. D. Triebel; Grußworte des Generaldirektors der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns Herr Prof. Dr. H. Miller.

Frau Dr. Triebel begrüßte die Gäste und dankte für ihr Kommen und Interesse an der Thematik. Herr Prof. Dr. Miller eröffnete den Workshop und nutzte die Gelegenheit zu der erfreulichen Mitteilung, daß das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst ab Juli 2001 eine Wissenschaftlerstelle (zeitlich befristet) zum Aufbau von Mycology.net bereitgestellt hat. Auch die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen werden das Projekt finanziell und personell fördern.

TOP 2: Kurze Vorstellung von "Global Biodiversity Information Facility" (GBIF) durch Herrn Dr. Ch. Häuser

Herr Dr. Häuser, Chairperson des GBIF-Gouverning Board, betonte die Wichtigkeit dieser internationalen Initiative, die sich gerade in Gründung befindet und zunächst auf 5 Jahre befristet ist. GBIF will das Wissen über Organismen allgemein verfügbar machen, wobei im Zentrum eine Datenbank der Taxa stehen soll. Das Memorandum of Understanding wurde inzwischen von 29 Ländern unterzeichnet, 14 davon haben bereits Beiträge eingezahlt und sind damit stimmberechtigt. Ab Herbst soll das internationale Sekretariat mit 15 Mitarbeitern eingerichtet werden (Bewerber für den Standort des Sekretariats: Australien, Dänemark, Niederlande, Spanien). Informationen zu Zielen, Arbeitsprogrammen etc. finden sich unter http://www.gbif.org/ oder http://www.gbif.net/. Mit der nationalen Umsetzung wurde das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) betraut. Es is geplant, ca. sieben organismenbezogene GBIF-Teilknoten sowie einen IT-Teilknoten einzurichten. Das BMBF sieht eine Anschubfinanzierung für diese Knoten vor. Danach soll eine mittel- und langfristige Übernahme der zusätzlichen Aufgaben durch die jeweilige Institution erfolgen. Eine kurze Diskussion über die Ziele von GBIF, Status, Organisationsform und Mitglieder sowie die nationale Umsetzung schloß sich an.

TOP 3: Besprechung der Ergebnisse der Fragebogenaktion durch Dr. Triebel

Bei 18 versandten Fragebögen ergab sich ein Rücklauf von 16. Die Daten wurden nach verschiedenen Kriterien ausgewertet. Dabei zeigte sich ein komplexes Bild hinsichtlich der von Mykologen an deutschen Institutionen bzw. im Rahmen von Projekten erfaßten Pilzgruppen, Datentypen, verwendeten Betriebssystemen und Datenbanken. Einzelplatzlösungen und lokale Datenbanken sind in der Mehrzahl, jedoch präsentieren einzelne Projekte bereits online-fähige Lösungen - seien es einfache Webseiten oder interaktive Datenbanken. Es wurde festgestellt, daß die Herbarien mit schätzungsweise zwei Millionen pilzlichen Objekten in Deutschland, Kultursammlungen und Fachbibliotheken die wichtigsten primären Datenressourcen für Biodiversitätsdatenbanken im mykologischen Bereich sind, gefolgt von einzelnen Biodiversitätsinformatik-Projekten, wie sie z.B. derzeit im Rahmen von BIOLOG gefördert werden. Als Auswahl genannt wurden Biota-S03 und S05, Checklists.de, DALI, DEEMY, GLOPP, LIAS, Mykolus, Pilzoek. Datenbankentwicklungen werden aktuell im Rahmen von Biota S-04, GLOPP, MGRDEU-BMVEL, Mycology.net und SysTax durchgeführt. Es wurde betont, daß die Vertreter aller Typen von Datensammlungen bzw. der aktuellen Datenbank-Projekte - soweit bekannt - zum GBIF-Workshop Mykologie eingeladen wurden, u. a. auch alle Pilz- und Flechtenkuratoren an deutschen Herbarien.

TOP 4: Vorstellung einiger Datenbankentwicklungen und -projekte an deutschen Institutionen mit mykologischer Thematik

Prof. Dr. R. Agerer, DEEMY DEEMY, "A DELTA-based system for Characterization and DEtermination of EctoMYcorrhizae", beinhaltet interaktive Schlüssel zur Identifikation von ca. 320 Ektomykorrhizen, zahlreiche Photographien und Zeichnungen sowie ausführliche Merkmalsdefinitionen. Derzeit wird DEEMY auf CD-ROM vertrieben, soll aber, falls Fördermittel verfügbar, als online-Version ausgebaut werden und dann als Mycology.net assoziertes Projekt präsentiert werden.

Prof. Dr. A. Bresinsky, Pilzoek "Pilzoek" wird im Rahmen eines BIOLOG-Biodiversitätsinformatik-Projekts als dBase-Applikation entwickelt und erlaubt die ökologische Zuordnung von Großpilzen, z. B. zu Pflanzengesellschaften (nach Bresinsky, A., Kreisel, H. & Primas, A. 1995. Mykologische Standortkunde. Leitfaden für die ökologische und florenkundliche Charakterisierung von Pilzen in Mitteleuropa. Regensb. Mykol. Schriften 5: 1-304.). Die Umsetzung in eine online-Datenbank soll langfristig stattfinden.

Dr. T. Feuerer, www.checklists.de In Hamburg werden die Checklisten von Flechten und lichenicolen Pilzen aus allen 193 Ländern der Welt gesammelt. Sie werden dort z. T. bereits als online-Version präsentiert. Die Artenlisten werden ergänzt durch Listen relevanter Literatur sowie durch Daten zu Sammlern und deren Sammlungen. Interaktive Schlüssel auf Länderbasis sollen in Kooperation mit LIAS bzw. Mycology.net erstellt werden. Der Import der Daten in eine Datenbank ist in Bearbeitung (siehe: http://www.checklists.de).

Dr. D. Fritze, DSMZ-Datenbanken Die Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH ist eine non-profit- Organisation zum Erwerb, zur Charakterisierung, Aufbewahrung und Verbreitung von Kulturen von Bakterien, filamentösen Pilzen, Hefen, Plasmiden, Phagen, Pflanzenviren und Zellkulturen. Sie sammelt v. a. anwenderbezogene Daten zu diesen Organismen und präsentiert sie in online-Datenbanken (siehe: http://www.dsmz.de).

G. Hagedorn, GLOPP Im Rahmen des GLOPP-Projektes (Globales Informationssystem zur Biodiversität pflanzenpathogener Pilze) werden Informationen über pilzliche Parasiten an höheren Pflanzen gesammelt. Es werden Wirtspflanzenspektren, geographische Verbreitung und die für eine interaktive Identifizierung wesentlichen Merkmalsbeschreibungen integriert. Für die Erfassung verschiedener Datentypen (z. B. Taxonomische Daten, References, Sammlungsdaten, beschreibende Daten) wird die DiversityWorkbench als integriertes System von einzelnen Datenbankapplikationen (DiversityReferences, DiversityTaxonomy, DiversityDescriptions, DiversityIdentify, etc.) weiterentwickelt (siehe: http://www.GLOPP.net bzw. http://www.DiversityCampus.net).

Dr. J. Hoppe, SysTax SysTax, eine Oracle-Applikation, wurde als Botanisches Informationssystem gegründet. Es unterstützt alle Arbeiten im Bereich der systematischen Botanik und kann darüber hinaus für die Verwaltung von Botanischen Gärten, Herbarien und anderer Pflanzensammlungen eingesetzt werden. Die Erweiterung des Systems auf Zoologische Systematik ist im Aufbau. Die Daten werden zentral auf dem Server der Universität Ulm gespeichert und sind über Internet dem Benutzer mit selektiver Kennung zugänglich. SysTax kann auch lokal installiert werden (weiteres siehe http://www.biologie.uni-ulm.de/systax/).

T. Lohrer, Mykolus Mykolus ist ein Informationssystem auf CD-ROM zu pflanzenpathogenen Pilzen im Gemüsebau. Es soll v. a. dem Praktiker die Diagnose der Krankheiten erleichtern und Auskunft zur Biologie und Bekämpfung der pilzlichen Organismen vermitteln. Die Software liefert ca. 700 Bilder und wichtige Informationen zu 96 Pilzen (weiteres siehe http://www.fh-weihenstephan.de/va/infos/software/mykolus.html). Unter der Voraussetzung finanzieller und struktureller Unterstützung wird eine Übertragung der Daten in eine Datenbank angestrebt, die online präsentiert werden soll.

Dr. U. Monnerjahn, Datenbank zur Erschließung der "Sammlungen genetischer Ressourcen von Mikroorganismen im BMVEL-Geschäftsbereich": MGRDEU-BMVEL Datenbank Diese online Datenbank erschließt anwenderrelevante Schlüsseldaten (Artnamen, Stammnummer, Aufbewahrungsort, etc.) der erhaltenswerten Kultursammlungen von Mikroorganismen an verschiedenen Bundesforschungsanstalten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL). Unter "Mikroorganismen" werden dabei Pilze (Hefen und höhere Pilze), Bakterien und Viren (mit tierischem oder pflanzlichem Wirt und Bakteriophagen) verstanden. Derzeit umfaßt die Datenbank Informationen zu ca. 12.000 Organismen aus 9 Bundesforschungsanstalten (weiteres siehe http://www.genres.de/mgrdeu).

Dr. M. Schnittler, Myxomyceten-Datenbanken Myxomyceten sind eine kleine eigenständige Organismengruppe von ca. 1000 Arten weltweit. Sie werden von nur wenigen Spezialisten studiert, wobei Deutschland ein Zentrum bei der Erforschung dieser Pilzgruppe ist. Es steht eine Vielzahl von Daten (Namens- und Synonymielisten, Sammlungsdaten, Literaturdaten, Bildmaterial) in privaten Datenbanken (v. a. dBase) bereit, die nach datentechnischer Aufbereitung online zur Verfügung gestellt werden könnten.

Dr. P. Scholz, Datenbanken zu Flechten Deutschlands Es wurden 3 verschiedene Datenbanken (MS Access-Applikationen) aus dem Bereich Lichenologie vorgestellt: Die Datenbank aller Flechten und lichenicolen Pilze Deutschlands umfaßt ca. 2400 Datensätze und ist Basis des jüngst publizierten Flechtenkatalogs Deutschlands (Scholz 2000). Eine Datenbank zur Erfassung publizierter Verbreitungskarten von Flechten ist im Aufbau und eine weitere, welche die für Deutschland angegebenen Flechtengesellschaften beinhaltet, als Auftragswerk des BfN ((Bundesamt für Naturschutz) mit ca. 245 Datensätzen, bereits vollständig. Zur weiteren Pflege und datentechnischen Umsetzung einer online-Präsentation fehlt derzeit die finanzielle Unterstützung.

Dr. D. Triebel, Mycology.net (DALI, LIAS) Es wurden einige derzeit über Mycology.net präsentierte online-Datenbanken kurz vorgestellt: DALI "Database of Ascomycete Literature", die Sammlungdatenbanken "Pilzaquarelle-Wohlfarth in M" und "Collections of Erysiphales in M" sowie das Modul "Search Bibliography of Exsiccatae". Letzteres steht als Beispiel für eine online-Datenbank mit Möglichkeiten des "remote editing". LIAS, "A Global Information System for Lichenized and Non-Lichenized Ascomycetes", liefert als multi-authored, DELTAAccess basiertes online-Datenbanksystem seit 1995 beschreibende Daten von Ascomyceten, zunächst v. a. Flechten, die zur interaktiven Bestimmung online und zur automatisierten Erzeugung von Beschreibungen in natürlicher Sprache dienen. Unter Mycology.net werden auch spezielle Dienste (wie ein Email Directory mit ca. 1000 Einträgen) angeboten. Durch die eingangs erwähnten Mittelbewilligungen wird es ab Sommer 2001 möglich sein, in Kooperation mit GLOPP und BIOTA S4 an der Programmierung einer Java-basierten Software "DiversityNavigator" zu arbeiten. Dieses Tool wird auf die einzelnen DiversityWorkbench-Module auf verschiedenen Servern zugreifen können und online-Datenabfragen sowie -eingaben ermöglichen (weiteres siehe http://www.mycology.net).

Immer wieder kam zum Ausdruck, wie wünschenswert auch unter synergetischen Aspekten eine nationale GBIF-Plattform im Bereich Mykologie wäre, um die nationalen Kooperationen zu verstärken und finanzielle wie strukturelle Unterstützung zur Bereitstellung lokaler Datenbanken im Internet zu erhalten.

TOP 5: Behandlung des Fragenkatalogs des Projektträgers

1. Ist die vorgeschlagene Begrenzung Ihres Kompetenzbereiches ("Mykologie") für einen nationalen GBIF-Teilknoten sinnvoll bzw. würden Sie ggf. eine andere Abgrenzung befürworten?

Pilze gehören wie die Insekten zu den Organismen, die durch Neuentdeckungen in Zukunft einen besonders hohen Zuwachs an Arten aufweisen werden. Zahlreiche neue Sippen sind vor allem in den kaum untersuchten tropischen Ökosystemen zu erwarten. Seriöse Schätzungen gehen davon aus, daß die 80.000 aktuell bekannten Arten lediglich fünf Prozent der global existierenden Mycodiversität repräsentieren. Pilze werden mit einem breiten Methodenspektrum erforscht und müssen zu Dokumentationszwecken in Sammlungen hinterlegt werden. Gerade in den letzten Jahren wird die Eigenständigkeit der Mykologie auch im universitären Bereich immer deutlicher. Daher sollten die Pilze unbedingt Gegenstand eines eigenen Knotens sein. Das Reich der Pilze ist von den Pflanzen wie von den Tieren scharf getrennt. Methodische Berührungen mit der Bakteriologie existieren nur punktuell (etwa bezüglich ähnlicher Kultivierungsverfahren von Hefen und manchen Bakterien). Es herrscht Konsens, daß die nationalen GBIF-Knoten, um wenigsten einigermaßen homogen zu sein, soweit wie möglich nach Organismengruppen definiert werden sollten. Die Vertreterin der DSMZ machte deutlich, daß ein eigenständiger mykologischer Knoten aus Sicht der Mikrobiologie/ Bakteriologie sinnvoll erscheint, speziell wegen der nur geringen Überschneidungen in organismischer Hinsicht bei gleichzeitig stark abweichenden Typen der Datenbanken und der dokumentierten Merkmalsbereiche in den beiden Fachrichtungen.

2. Welche deutschen Institutionen sind Ihrer Kenntnis nach ggf. personell und von der technischen Infrastruktur her in der Lage, eine koordinierende Funktion bei der Etablierung des mykologischen Teilknotens wahrzunehmen?

Gefordert sind Einrichtungen, die Kontinuität im Aufbau und der Pflege eines Knotens gewähren. Universitäre Institutionen sind dazu weniger gut geeignet, da sich die Forschungsschwerpunkte dort nach aktuellen Fragestellungen verändern. In Frage kommen eher Forschungsanstalten des Bundes (etwa die BBA in Berlin) oder große Forschungsherbarien, wie die Botanische Staatssammlung München (M). Die Botanische Staatssammlung blickt auf eine fast zweihundertjährige Geschichte zurück. Sie ist eine der größten Sammlungen der Welt mit rund 2.500.000 Belegen, darunter 600.000 Pilzen die von zwei Mykologen/ Lichenologen kuratorisch betreut werden. Für M spricht auch, daß hier das Informationssystem "Mycology.net" aufgebaut wird, aktuell unterstützt durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns. Mycology.net ist zwar international ausgerichtet, hat aber naturgemäß inhaltliche und strukturelle Überschneidungen mit dem geplanten nationalen Mykologie-Knoten im Rahmen von GBIF. Alle Teilnehmer stimmen zu, daß der Mykologie-Knoten an der Botanischen Staatssammlung München eingerichtet werden soll. Von dort aus können die nationalen Kooperationen koordiniert werden. Selbstverständlich sollen die bereits existierenden engen technischen und inhaltlichen Kooperationen mit der BBA weitergeführt und ausgebaut werden.

3. Welche deutschen Institutionen, Einrichtungen, Projekte und Arbeitsgruppen (außer den bereits im Verteiler aufgeführten) besitzen Ihrer Kenntnis nach wesentliche, potentiell verfügbare, für GBIF relevante mykologische Ressourcen (Datenbanken, Sammlungsdaten, taxonomische Kompetenzen, etc.)?

Hier ist in erster Linie die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) zu nennen, deren Präsident, Prof. Dr. Agerer anwesend war. Der Kontakt zur DGfM soll vertieft werden. Des weiteren soll Kontakt mit dem Robert-Koch-Institut, Wernigerode, und dem Institut für Dermatologie und Poliklinik, München aufgenommen werden; Prof. Dr. H.C. Korting ist derzeit 1. Vorsitzender der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft, die sich hauptsächlich mit medizinischer Mykologie beschäftigt. Das Bundesamt für Naturschutz in Bonn, vertreten durch Dr. Schnittler, verwaltet u. a. auch mykologische Daten, die mit Aspekten des Naturschutzes, z. B. Vorkommen und Gefährdungsgrad von Großpilzen und Flechten, zusammenhängen. Es scheint jedoch sinnvoller, sich direkt an Stellen wie die DGfM zu wenden, die ihre Daten dem Bundesamt für Naturschutz liefern.

4. Zu welchen der nachfolgend im GBIF-Arbeitsprogramm genannten Punkte a-e können innerhalb der Mykologie substanzielle Beiträge aus der Sicht deutscher Institutionen geleistet werden?

a) Data Access and Database Interoperability
b) Electronic Catalogue of Names of Known Organisms
c) Digitization of Natural History Collections Data
d) "Species Bank"
e) Digital Biodiversity Literature Resources

Punkt a beinhaltet im wesentlichen die IT-Entwicklungen, wie sie im Rahmen der oben genannten Datenbankentwicklungen derzeit bereits stattfinden.

Punkt b ist insofern besonders bedeutsam, als sich nur über den Namen eines Organismus alle ihn betreffende Information zugänglich machen läßt. Die Nomina nehmen also eine Schlüsselrolle ein. Zu berücksichtigen sind teilweise umfangreiche Synonymien, die kein mechanisches Eingeben erlauben, sondern der Expertise eines Wissenschaftlers bedürfen. Ein Verzeichnis aller beschriebenen Pilze "Funindex" (Index of fungi) (http://194.131.255.3/cabipages/Names/Names.asp) enthält 340.000 Namen und wurde vor einiger Zeit von CABI Bioscience ins Internet gestellt. "Funindex" könnte als Namensbasis fungieren.

Punkt c bedeutet die digitale Erschließung von Informationen im Zusammenhang mit Sammlungsmaterial. Wegen der Fülle an Sammlungsmaterial in den nationalen Herbarien (insg. ca. zwei Millionen Pilzbelege in Deutschland) müssen Prioritäten gesetzt werden. So sollten sich die Bemühungen auf die besonders wertvollen und häufig ausgeliehenen Typen konzentrieren oder bedeutende, regional oder taxonomisch begrenzte und damit überschaubare und in vertretbarer Zeit zu bewältigende Sammlungsteile erfaßt werden. Erfassung von Herbarbelegen kann ohnehin nicht von außen geleistet werden. Die Botanische Staatssammlung verfügt auf diesem Gebiet bereits über Erfahrungen und Systeme zur rationellen Datenerfassung ("LabelScan"), die sich in der täglichen Routine bewährt haben.

Der Punkt d nimmt eine zentrale Stellung ein. In der "Species Bank" sollen Informationen zu den einzelnen Arten zugänglich gemacht, verknüpft und ausgewertet werden. Detaillierte mit Illustrationen versehene Beschreibungen, Identifizierungstools, Angaben zur Verbreitung, zur Wirtswahl bei Parasiten, Literaturhinweise etc. sollen im Vordergrund stehen. Die Datenlage in den einzelnen Pilzgruppen ist allerdings sehr unterschiedlich. Es scheint denkbar, in diesem Bereich einen gemeinsamen thematischen Schwerpunkt zu finden, zumal bereits einschlägige nationale Kompetenzen bestehen (z.B. DEEMY, GLOPP, LIAS, Mykolus u.a.).

Auch zu Punkt e kann die Mykologie wesentliche Beiträge leisten, da es in Deutschland bedeutende alte Bibliotheksbestände gibt. Jedoch erscheint dieser Punkt nicht für einen Schwerpunkt auf nationaler Ebene geeignet.

5. Mit welchen bereits bestehenden nationalen (und internationalen) mykologischen Projekten und Initiativen sollte für ein nationales GBIF-Netzwerk vordringlich kooperiert werden?

Eine Kooperation mit allen unter Top 4 genannten Projekten ist vordringlich anzustreben. Auf all diesen Gebieten liegen bereits sehr viele Daten vor, die im Rahmen eines nationalen GBIF-Knotens erschlossen werden könnten. Kooperationen mit einer Reihe internationaler mykologischer online-Projekte existieren im Rahmen von Mycology.net, GLOPP und LIAS: so mit "Funindex", "Myconet" und "Recent Literature on Lichens". Unbedingt wünschenswert ist die Einbeziehung von Spezialisten, die nicht in eine Institution eingebunden sind. Mehrfach wurde deutlich, daß dabei Hilfestellung von GBIF erwartet wird. Die Frage, wie weit Urheberrechte zu beachten sind und welche Datenbereiche nicht allgemein zugänglich sein sollen, wurde nur angesprochen. Diese Probleme sind allerdings auch nicht spezifisch für den Mykologie-Knoten.

6. Gibt es aus der Sicht der Mykologie und unter Berücksichtigung der national vorhandenen Kapazitäten übergeordnete Fragestellungen oder Themenbereiche, die sich innerhalb eines nationalen GBIF-Arbeitsprogrammes umsetzen ließen?

Vor allem als Vorarbeit zum GBIF-Arbeitsprogramm "Species Bank" wäre es als übergeordnete Fragestellung unumgänglich, Standards für taxonomische Gruppen zu entwickeln, für die es in Deutschland Spezialisten gibt: Welche Information ist für eine Artbeschreibung unumgänglich? Welche Terminologie soll angewendet werden? Standardisierte Merkmalslisten und modellhafte Beschreibungen müssen erstellt werden. Da diese Arbeit nur von den Spezialisten für einzelne Pilzgruppen zu leisten ist, soll durch eine Fragebogenaktion die Bereitschaft zur Mitarbeit und mögliche nationale Kooperationen erkundet werden.

Zusammenfassung wichtiger Ergebnisse

1. Es erscheint sinnvoll, die GBIF-Knoten auf nationaler Ebene organismenbezogen zu definieren. Die Pilze (incl. Flechten) sind dabei als eigenständige, ökonomisch wichtige Organismengruppe zu werten, die einen eigenen Knoten benötigen.

2. Die Botanische Staatssammlung München besitzt die Kompetenz und die allgemeine (einstimmige) Akzeptanz der deutschen Mykologie, um als GBIF-Knoten in das deutsche GBIF Netzwerk eingebunden zu werden.

3. Zu allen deutschen Institutionen, die für GBIF relevante mykologische Ressourcen besitzen, bestehen von München aus Kontakte. Eine Reihe von nationalen Datenbankprojekten sind vorhanden. Von institutioneller wie privater Seite besteht die grundsätzliche Bereitschaft, Daten online bereitzustellen. Allerdings wird erwartet, daß durch GBIF infrastrukturelle und finanzielle Unterstützung zur technischen Umsetzung gewährt wird.

4. Allgemeine Priorität hat, wie in allen Organismengruppen, die Erstellung einer Referenz-Namensliste (Punkt b des GBIF-Arbeitsprogramms: "Catalogue of names"). Jede Information kann dann mit dem Namen verknüpft werden. Eine internationale Initiative "Funindex" hat bereits wesentliche Vorarbeiten in dieser Hinsicht geleistet. Im Rahmen von GBIF sollte Funindex und ähnliche internationale Initiativen unterstützt werden sowie nationale Namens-Beiträge zu speziellen Pilzgruppen erarbeitet werden (z.B. Brandpilze, Flechten, Myxomyceten). Des weiteren können speziell zu Punkt c und d des GBIF-Arbeitsprogramms substantielle Beiträge innerhalb der Mykologie erbracht werden.

5. Eine Kooperation mit den unter Top 4 genannten Projekten ist vordringlich anzustreben.

6. Außer den unter Punkt 4 der Zusammenfassung erwähnten notwendigen Beiträgen zu einem internationalen "Catalogue of names" sind wesentliche nationale GBIF-Beiträge in folgenden zwei Bereichen (Punkt c und d des Arbeitsprogrammes) möglich:

a) Erfassung beschreibender Daten ("species bank" Information) von taxonomisch oder ökologisch definierten Pilzgruppen unter Verwendung einer standardisierten Technik (z.B. DELTAAccess) und Terminologie

b) Erfassung der Information von Sammlungsdaten ausgewählter Gruppen ("Digitization of Natural History Collections Data"; z. B. ökonomisch interessante Pilzgruppen, Typusmaterial)

 

München, den 20. Mai 2001 Dr. P. Döbbeler Dr. D. Triebel

 

Teilnehmerliste, 10. Mai 2001

Institution Ort Name
Universität München, Institut für Systematische Botanik
München Prof. Dr. R. Agerer
Universität Tübingen, Botanisches Institut, Lehrstuhl für Spezielle Botanik und Mykologie
Tübingen Dr. D. Begerow
Universität Halle, Institut für Geobotanik und Botanischer Garten, Herbarium Halle Dr. U. Braun
Universität Regensburg, Institut für Botanik Regensburg Prof. Dr. A. Bresinsky
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Institut f. Pflanzenvirologie, Mikrobiologie u. Biologische Sicherheit Berlin Prof. Dr. G. Deml  
Universität München, Institut für Systematische Botanik München Dr. P. Döbbeler
Universität Hamburg, Institut für Allgemeine Botanik, Herbarium Hamburg Dr. T. Feuerer  
Deutsche Sammlung für Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH (DSMZ) Braunschweig Dr. D. Fritze  
Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart Dr. C. Häuser
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut f. Pflanzenvirologie, Mikrobiologie u. Biologische Sicherheit
Berlin G. Hagedorn
Universität Ulm, Abteilung Spezielle Botanik Ulm Dr. J. Hoppe
Universität Regensburg, Institut für Botanik Regensburg Dr. L. Krieglsteiner
FH Weihenstephan, Institut für Botanik und Pflanzenschutz Freising T. Lohrer
Zentralstelle für Agrardokumentation und -information Informationssystem Genetische Resourcen
Bonn Dr. U. Monnerjahn  
Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Pflanzensystematik Bayreuth Prof. Dr. G. Rambold
Bundesamt für Naturschutz Bonn Dr. M. Schnittler  
Unabhängiges Institut für Umweltfragen Halle/Schkeuditz Dr. P. Scholz
Universität Kaiserslautern, Fachbereich Biologie, Abt. Allgemeine Botanik Kaiserslautern R. Siber
Bayer AG PH-R LSC NP Pharma Forschungszentrum Wuppertal Dr. M. Stadler
Botanische Staatssammlung München München Dr. D. Triebel
Universität Kaiserslautern, Fachbereich Biologie, Abt. Allgemeine Botanik Kaiserslautern Dr. B. Weber

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