Der Knoten Wirbellose III in GBIF Deutschland

 

Koordinator 

IT-Verantwortlicher 

Schwerpunkte

Der Knoten Wirbellose III hat einen Schwerpunkt bei den marinen wirbellosen Tieren. Begonnen wurde er mit Förderung des BMBF (Förderkennzeichen 01LI0206) und hatte eine Erfassung der Typen in großen marinen Sammlungen zum Ziel. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Aufgabe wurde konsequent an der Komplettierung des Datenbestandes weitergearbeitet und weitere marine Sammlungen wurden eingebunden. Die Vision, Daten zu allen in Deutschland vorhandenen marinen Sammlungsobjekten zu erfassen und über das Internet anzubieten, kommen wir durch die gegenwärtige erneute Förderung durch das BMBF (Förderkennzeichen 01LI1001E) einen großen Schritt näher. Durch Erweiterung der Serverkapazität und die Flexibilisierung der Dateneingabe können in Zukunft auch kleinere Datenbanken eingebunden werden. Die größeren Sammlungen wie auch auf Wunsch jede kleinere Sammlung werden einheitlich im Sammlungsverwaltungssystem SeSam gespeichert und sowohl direkt als auch über das GBIF-Portal, wie auch andere Fachportale im Internet angeboten.

 

Umfang und berücksichtigte Tiergruppen

Der Knoten Wirbellose III umfasst vor allem die marinen Wirbellosen. Da es bei einigen größeren Gruppen sowohl Land-, Süßwasser- als auch marine Tiere gibt, wurden diese auf die Knoten Wirbellose II und III verteilt. Damit werden im Rahmen des Teilknotens Wirbellose III außer allen Tierstämmen excl. der Arthropoden, Mollusken und Chordaten noch die Crustaceen als Ganzes bearbeitet. Die Mollusken und Cheliceraten als ganzes dagegen werden vom Teilknoten Wirbellose II abgedeckt. Mit dieser Aufteilung wird erreicht, dass die Crustaceen, Mollusken und Cheliceraten nicht nach Lebensräumen auseinandergerissen werden.

Derzeit werden über SeSam Daten fast 500.000 Sammlungsbelegen in 80 individuellen Sammlungen im Internet angeboten.

 

Ziele und Strategien

Vorkommensdaten mariner Organismen sind wichtige Komponenten der regionalen Ozeanographie. Aufgrund bekannter ökologischer Präferenzen können Organismen als Indikatoren für Veränderungen des Ökosystems dienen (z. B. klimatische Erwärmung, Umstellung des Strömungsregimes u. A.). Grundsätzlich ist bei Neuerhebungen ein Vergleich mit Basisdaten aus früheren Zeiten erforderlich. Solche lagern in wenig zugänglicher Form in Sammlungen und müssen vor Verwendung mobilisiert werden. Entscheidend dabei ist, dass durch diese Mobilisierung die Information (frühere und heutige taxonomische Zuordnung der Arten) an konkretes Tiermaterial geknüpft bleibt, so dass jederzeit Aussagen über festgestellte Veränderungen bestätigbar oder revidierbar sind. Nur damit wird eine Überprüfbarkeit von Aussagen sichergestellt und solche Aussagen können relativ zum gültigen Wissenschaftssystem neu eingeordnet werden.
Diese Art permanenter Verfügbarkeit und Revidierbarkeit setzt einen vernetzten Zugang zu Res¬source „Sammlung“ voraus. Dabei kommt es darauf an, dass Sammlungen nach gemeinsamen Krite¬rien abfragbar sind (z. B. Thesauri für Geographie und Ökologie). Angestrebt wird vor allem die Vernetzung von marinen Sammlungen in Deutschland und dadurch ihre möglichst komplette Erschließung. Dabei haben alle georeferenzierten oder potenziell georeferenzierbaren Objekte Vorrang. Alle so erschlossenen Daten sollen, soweit interessant und praktikabel, über die Portale von GBIF und OBIS angeboten werden. Die Technologie hierzu ist vorhanden und wird bereits jetzt erfolgreich eingesetzt.
Zweck der geographischen Webservices ist es, eine schnelle und qualitativ hochwertige Erfassung von geographischen Daten zu ermöglichen. Technologisch setzen diese Webservices auf GIS-Funktionalitäten auf. Dieser innovative Ansatz der geographischen Indexierung eröffnet ganz neue Möglichkeiten. War man früher gezwungen, relativ starre Klassifikationssysteme für die geographische Indexierung einzusetzen, wird durch die Benutzung von GIS-Funktionalitäten eine jederzeit dynamisch anpassbare Indexierung möglich. 
Diese neue Flexibilität wird erreicht, indem man Flächen und Punkte zusätzlich in einem GIS-konformen Format abspeichert. Administrative, naturräumliche und biogeographische Flächen werden durch Shapes definiert. Ebenfalls in einem GIS-konformen Format werden die Fundstellen der Sammlungsobjekte abgelegt. Die Umrechnung der Längen- und Breitengrade in dieses Format geschieht automatisiert. Eine automatische geographische Indexierung wird jetzt möglich, indem errechnet wird, in welchen administrativen, naturräumlichen und biogeographischen Flächen sich ein Punkt befindet. Praktisch stellt es sich so dar. dass nach Eingabe der Längen- und Breitengrade als Ergebnis die relevanten Bezeichnungen der Flächen geliefert werden.
Eine Shape-Sammlung wird zu diesem Zweck vorgehalten, ständig erweitert und aktualisiert. Dieser geographische Webservice ist universell nutzbar. Die neue Methode der geographischen Indexierung wird die Qualität erhöhen und die Sammlungserfassung bei den beteiligten Instituten beschleunigen.
 

Beteiligung und Vernetzung

Das Sammlungsverwaltungssystem SeSam, das vom Knoten Wirbellose III benutzt wird, wird von folgenden Institutionen mit marinen Sammlungen genutzt:

Museum für Naturkunde, Berlin - Marine Sammlungen außer Fische
Senckenberg Forschungsinstitut - Alle Sammlungen
Zoologische Sammlung Rostock- Alle Sammlungen
Zoologische Staatssammlung München - 2 marine Sammlungen
Zoologisches Museum Hamburg - Marine Sammlungen außer Fische
Zoologisches Museum Kiel - Alle Sammlungen

Die Informationen aus allen diesen Sammlungen sind über den Menüpunkt "Sammlungsabfrage" (oben links) erreichbar.

Außer dem direkten Zugang sind die in SeSam erfasten Sammlungen auch über folgende internationale Portale erreichbar:

GBIF-International: Das umfassendste Biodiversitätsportal
OBIS: Ocean Biodiversity Information System des CoML
HerpNet: Globales Netzwerk herpetologischer Sammlungen

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